Der Schlosspark Benrath in Düsseldorf
Schloss und Park Benrath bilden schon heute ein kulturelles und touristisches Juwel der Stadt Düsseldorf: Der einst kurfürstliche Sommersitz vereint Architektur und Parklandschaft, Gebautes und Gewachsenes in einer übergreifenden Gestaltungsidee zum Gesamtkunstwerk.
Aber das prächtige Domizil aus dem 18. Jahrhundert bedarf auch immer wieder helfender Hände in Düsseldorf, wenn sein Glanz nicht verlöschen soll. Heute erfahren Schloss und Park Benrath wieder eine Auszeichnung; Das historische Ensemble rückt in das Zentrum der EUROGA. Eine Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO wurde auf den Weg gebracht. Schloss und Park freuen sich auf eine neue strahlende Zukunft.
Als 1755 Kurfürst Carl Theodor seinen "Ersten Architekten und Generaldirektor der Gebäude und Gärten", Nicolas de Pigage, den Auftrag zum Bau einer neuen Sommerresidenz in Düsseldorf erteilte, schloss dies auch die Umgestaltung des hinter dem alten Wasserschloss liegenden Tiergartens mit ein.
Dem Lieblingsgedanken absolutistischer Herrscher folgend, war von Anfang an ein "Gesamtkunstwerk" von Schloss und Park geplant. "Bauwerk", "Gartenwerk" und "Wasserwerk" sind als Einheit zu sehen, ergänzen sich gegenseitig, bilden gemeinsame Bezugspunkte. Den Innenräumen des Schlosses in Düsseldorf wurden entsprechende Gartenräume im Park zugeordnet, z.B. der Spiegelweiherraum dem Kuppelsaal, der Empfangsfreiraum dem Vestibül, die Privatgärten (heute "Englischer" und "Französischer" Garten) den Privaträumen des Kurfürsten und der Kurfürstin. Wie es im Innenbau mehrere axiale Raumgruppierungen gibt, so auch im Gartenbereich. Hier liegen verschiedene Gärten gleichrangig nebeneinander: Der offizielle Garten, die Privatgärten und das Bosquet.
Der Park in Düsseldorf ist dem Zeitgeschmack entsprechend streng gestaltet. Was Andre le Notre erstmals im Park von Versailles getan hatte, war zur großen Mode geworden: streng geplanter, geometrisch gegliederter, durch Bauten geprägter Garten. Pigage verwirklichte dies alles in Benrath.
Der unregelmäßige Tiergarten des alten Wasserschlosses aus dem 17. Jahrhundert wurde zu einem geometrisch aufgegliederten Jagdgarten umgestaltet und macht den größten Teil der ca. 63 ha großen Parkanlage aus. Das Quadrat des Jagdgartens wurde an den Ecken und Seitenmitte von Alleen durchschnitten, die sich sternförmig im Rondell trafen. Abgeschlossene intime Gartenräume entstanden insbesondere durch Hecken und Baumwände (z.B. Reitbahn).
Phantasievoll wusste Pigage die gegebenen Niveauverhältnisse für seine Raumgestaltung zu nutzen und "auszubauen". Die tiefliegenden Wasserspiegel und "Rasenvertiefungen" in allen Gartenteilen haben die gleiche Funktion wie die verschieden hohen Decken im Innenbau. Sie weiten die Räume, bereichern ihr Raumbild und setzen sie nach ihrer Bedeutung in Relation. Die meisterliche Beherrschung dieser Zusammenhänge aus einem sicheren Empfinden für Proportion und Relief zeichnet auch die Gärten Pigages aus. Die Terrassierung des Geländes führte hier zu einem geschlossenen Raumbild, das vergessen lässt, dass der Garten sich in der Ebene ausbreitet.
Der östlich "französische" Garten ist durch die ornamental gefassten Kaskaden und seitliche Rabatten reich aufgegliedert gewesen. Auch der westliche war ähnlich geplant mit dem sogenannten "deutschen Parterre". An der Gartengestaltung der alten Anlagen war der Gartenmeister Petri beteiligt.